Diversifikation über „Köpfe“, „Stile“ und „Assets“.

Diversifikation über „Köpfe“, „Stile“ und „Assets“ – das war auch 2017 wieder Thema des Asset Manager Meetings Mannheim. 15 Minuten hatten die Fondsmanager von BANTLEON, Veritas, M&G, Natixis, UBS und CONREN Zeit, ihre Investment-Ideen vorzustellen. Sie zeigten damit eine ganze Palette Lösungen auf – und dass es aktuell kein Patentrezept gibt.  

Einen eher quantitativen Ansatz vertraten dabei UBS und Veritas. Beide Asset Manager verzichten komplett auf Marktmeinungen und stellen ihre Allokation auf Konjunktur- und Fundamentaldaten auf. Das Wertsicherungssystem von Veritas verglich Geschäftsführer Hauke Hess dabei mit einem „Kochrezept“: Die Allokation wird niemals verändert, sondern nur entsprechend des eingesetzten Risikokapitals nach oben oder nach unten angepasst. Was bei Veritas das Kochrezept ist, ist beim UBS All-Rounder Fund die Bestimmung des Marktzyklus. Dieser wird monatlich festgestellt, anschließend stellt das Team um Fondsmanager Uwe Röhrig das Portfolio von bis zu 1.300 Einzeltiteln zusammen.

Die extreme Gegenposition dazu nahm Patrick Picenoni von CONREN ein. Das Haus vertritt einen Top-Down-Ansatz und eine eindeutige Marktmeinung. Zu dieser kommt sie mithilfe der „Conren‘s M3“, einer eigens entwickelte Methodik zur Einschätzung des Marktverhaltens. „Es braucht nicht mehr als zwei bis drei Asset-Manager-Entscheidungen pro Jahr“, war denn auch das Fazit des Fondsmanagers. „Aber die müssen sitzen“.

Die Position dazwischen nahm M&G ein. Fondsmanagerin Susanne Grabinger erläuterte anhand des M&G Prudent Allocation, wie sie und ihr Team es schafften, durch flexible Allokation doch noch ein Plus aus dem schwierigen Jahr 2016 rauszuholen. Sie verschwieg aber nicht, dass man sich dabei auch blaue Flecken holen kann: Als die Aktienmärkte Anfang 2016 unter Druck gerieten, stockte ihr Team taktisch auf. Vom zwischenzeitlichen Anstieg der Anleiherenditen konnten sie dann aber nicht profitieren: Hier waren sie short geblieben. Ende 2016 standen dennoch 9,18% Wertentwicklung zu Buche.

Auch Bantleon sieht die Konjunktur als stabilen Zyklus und wählt dementsprechend Aktien oder Anleihen ins Portfolio. Um diese zu bestimmen, greift das Haus aus Hannover auf ein Sammelsurium von öffentlichen und eigenen Indikatoren zurück. Als besonderen Tipp hatte Vorstand Jörg Schubert High-Yield-Anleihen im Gepäck: Diese korrelierten stark mit Konjunkturindizes und ließen sich so gut handeln. Außerdem könne man auch hier hochwertige Unternehmen finden – im Portfolio von Bantleon sind das Douglas, Fresenius, Peugeot oder TESCO. Für seinen Bantleon Yield Plus macht der Anleihenmanager Bantleon also nichts anderes als „Konjunkturmanagement“, wie es Schubert ausdrückte.

Das Thema USA nahm sich Csaba Dani von Natixis zu Herzen. Die Kernfrage lautete: Aktives Management in den USA – lohnt sich das überhaupt noch? Die Berichte darüber sind derzeit vernichtend, und schließlich schafften es – laut Dani – gerade mal 1% aller in Deutschland zugelassenen aktiven US-Aktienstrategien, den S&P 500 zu schlagen. Die Antwort: Ja, es lohnt sich, man muss die Strategien nur genau auswählen. Mit ihren 24 Tochtergesellschaften ist die Investment Boutique Natixis dafür gut aufgestellt. Dani konnte gleich drei Strategien unterschiedlicher Häuser vorstellen.        

Alles in allem erlebten die rund 70 Gäste des ausgebuchten Asset Manager Meetings Mannheim einen fachlich fundierten und unterhaltsamen Abend, der durch die gewohnt schlagfertige Moderation von Fondsanalyst Volker Schilling nochmals bereichert wurde. 


RÜCKBLICK

Asset Manager Meeting Mannheim 
26. Januar 2016

Multi-Asset-Lösungen dominieren
Ein Artikel auf Finanzmonitor.de

Termine

asset manager meeting
13. September 2017 in Hamburg

Gesprächskreis Stiftungsfonds
10. Oktober 2017 in Berlin

DKM Kongress Investment
25. Oktober 2017 in Dortmund

Gesprächskreis Stiftungsfonds
7. November 2017 in München