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Die Kunst des Multi Asset Managements

Bereits bei der Entscheidung darüber, wie das verwaltete Vermögen aufgeteilt wird, sollte ein Asset Manager unterschiedliche Methoden kombinieren. Dies dient dazu, mögliche Risiken des Investments zu minimieren und Erträge zu maximieren. Für einen guten Multi Asset Manager bedeutet das: Diversifizierung, Flexibilität und Risikomanagement.

Diversifizierung – die erste Verteidigungslinie gegen Verluste

Die Aufteilung des Vermögens über verschiedene Anlageklassen ist ein mittlerweile altes, aber dennoch akzeptiertes Credo. Trotzdem ist die Definition zu kurz gefasst. Denn Diversifizierung hat eine Vielzahl von Dimensionen und sollte nicht bei Asset Klassen aufhören, sondern dort erst beginnen.

Effizientes Multi Asset Management besteht darin, das Portfolio aus Ertrags- und Risikogesichtspunkten über verschiedene Anlageklassen hinweg, optimal zu diversifizieren. Damit soll das Risiko einzelner Wertpapiere oder Asset Klassen gedämpft werden. Bei der Vermögensanlage sollten mehrere Ansätze kombiniert werden: Quantitative Modelle müssen bei der Entscheidungsfindung genauso berücksichtigt werden, wie qualitative Einschätzungen von Experten. Letztere zeichnen sich durch ihr unternehmerisches Denken, ihre Urteilskraft und die Fähigkeit aus, mehrere Züge im Voraus zu denken. Auch bei den einzelnen Investmentstrategien, die in einem Multi Asset Portfolio eingesetzt werden, hat der Diversifizierungsgedanke oberste Priorität: Unterschiedliche Risikofaktoren, Instrumente und Overlay-Strategien, wie Währungsmanagement oder Alternative Investments kommen hierbei zum Einsatz. Diversifizierung stellt somit die erste Verteidigungslinie gegen Verluste dar.

Flexibilität – Veränderung mit der man rechnen muss

Da die einzige Konstante auf den Finanzmärkten die Veränderung darstellt, ist ein flexibles Agieren unerlässlich. Multi Asset Management muss sich an veränderte Rahmenbedingungen anpassen können. Asset Klassen und eingesetzte Strategien sollten dynamische allokiert werden.

Die Attraktivität einer Asset Klasse ist je nach Marktlage veränderlich. Im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld sind Staatsanleihen eher unattraktiv. Zusätzlich lassen sich auf Finanzmärkten ständig Ineffizienzen identifizieren, die sich aufgrund von Über– und Unterbewertungen oder regulatorischen Restriktionen der Investoren ergeben. Multi Asset Management soll attraktive Anlageklassen identifizieren und Gelegenheiten, die sich aus Ineffizienzen ergeben, nutzen. Außerdem ist die Vermeidung von Verlusten und Risiken ein zentrales Element. Um dies zu gewährleisten, braucht es einen flexiblen Investmentprozess, der sich den jeweiligen Marktgegebenheiten optimal anpassen kann und eine Investmentkultur, die sich jederzeit kritisch mit der aktuellen Positionierung auseinandersetzt. Denn am Ende zählt das Ergebnis.

Risikomanagement – der Preis für Rendite ist das Risiko

Jede Investmententscheidung stellt ein Wagnis dar und ist mit Unsicherheit verbunden - deshalb erhält die „Ungewissheit“ beim aktiven Management eine sehr große Bedeutung. Dennoch darf Risikomanagement nicht nur als laufende Kontrolle und Überwachung der Risikoparameter verstanden werden, sondern sollte als Teil des Investmentmanagements gelebt werden. Dies beginnt zum Beispiel damit, Risikoaufschläge von High Yield Bonds um deren erwartete Ausfälle zu bereinigen.

In der Allokation eines Multi Asset Portfolios sollte nicht nur Ertragsmaximierung betrieben werden, sondern auch auf mögliche Verluste und unterschiedliche Marktbedingungen eingegangen werden. Bei der Instrumentenwahl müssen Überlegungen zur Liquidität, dem Gegenparteirisiko oder zu operativen Risiken berücksichtigt werden. Wer aktive Strategien verfolgt, sollte ein wohl definiertes Risikobudget innerhalb der Gesamtallokation einplanen.

In Zeiten niedriger Rendite, ist ein aktives Management, das alle Dimensionen der vorhandenen Investment- und Risikomanagement-Strategien berücksichtigt, unerlässlich.

 

Alexander Lechner | Erste Asset Management