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Risikomanagement als eine Form des Anlegerschutzes

Heftige Marktschwankungen sorgen für Verunsicherung bei den Investoren. Für Abhilfe können flexible Multi-Asset-Fonds mit festen Risikoklassen sorgen. Denn bei diesen Konzepten steht die Kontrolle des Risikos an erster Stelle.

Sie gehören seit Jahren zu den Anlegerlieblingen: Multi-Asset-Fonds. Laut Branchenverband BVI flossen allein 2016 in die gemischten Portfolios netto rund 11,6 Milliarden Euro. Doch die Erfolgsstory bekommt erste Risse. Denn viele Mischfonds kämpfen mit der steigenden Korrelation zwischen Aktien und Anleihen. Früher konnte die Anleiheseite Verluste oft auffangen, die auf der Aktienseite bei schwachen Märkten entstanden. Dieses Bild hat sich – auch aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase – dramatisch geändert: Der Gleichlauf der Anlageklassen nimmt zu und kann zu größeren Schwankungen selbst in Mischfonds-Portfolios führen.

Eine oft übersehene Gefahr: Große Schwankungen können sich auch auf die jeweilige Risikoklasse des Fonds auswirken. Nimmt die Volatilität zu, rutschen Fonds in höhere Risikoklassen und entsprechen damit nicht mehr dem Risikoprofil des Anlegers. Um das zu vermeiden, streben neuere Modelle ein strenges Risikomanagement an. Damit rücken Risikofaktoren bei der Vermögensaufteilung in den Vordergrund. Ausgangspunkt ist ein klar definiertes Risiko, das über sogenannte Volatilitätsbänder gesteuert wird. Das Kontrollieren und Steuern des Portfoliorisikos anhand des Synthetischen Risiko Rendite Indikators (SRRI) soll eine attraktive Rendite ermöglichen.

Die Kennzahl SRRI berücksichtigt die Schwankungsbreite einer Anlage in den vergangenen fünf Jahren und teilt das Risiko in eine von sieben Klassen ein. Eine Geldanlage mit sehr niedriger Volatilität wird in die Risikoklasse 1 eingeteilt, Anlagen mit höherer Volatilität entsprechend höher. Ein konstanter SRRI-Wert steht für eine Geldanlage, die dauerhaft über den gesamten Anlagezeitraum zum Risikoprofil eines Anlegers passt.

Das Konzept setzen SRRI-basierte Fonds um, wie zum Beispiel die Fidelity-SMART-Fondsstrategien, und kombinieren dabei Alpha- und Beta-Strategien. Die Beta-Strategie setzt Aktien und Renten ein. Anfangs wählt der Portfoliomanager eine Allokation, die dem Marktumfeld entsprechend einen möglichst hohen Ertrag verspricht und für die gleichzeitig das historische Risiko des Portfolios die Volatilitätsvorgaben erfüllt. Zeitgleich ist eine modellunterstützte, regelbasierte Volatilitätssteuerung implementiert, die bei veränderter Volatilität anzeigt, wie die Allokation umgeschichtet werden muss. Um das Risiko-Rendite-Profil weiter zu optimieren, nutzt das Portfoliomanagement marktneutrale Strategien. Sie bieten die Chance auf positive Renditen unabhängig von der Marktentwicklung und senken  tendenziell die Portfoliovolatilität. Die eingesetzten Alpha-Strategien sind diskretionär. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg ist deshalb ein möglichst umfassendes, hauseigenes weltweites Research-Netzwerk, auf das die Portfoliomanager zugreifen können.

Der sogenannte Cash-Break ist ein weiterer wichtiger Sicherheitsanker in diesem Investmentkonzept: Der Fondsmanager entscheidet, ob er aufgrund der Marktsituation eine Cash-Komponente im Portfolio möchte. Zieht er den Cash-Break beträgt die Cash-quote fix 30 Prozent – ohne Cash Break liegt diese Quote bei null. Der Cash Break dient in extremen Marktsituationen dazu, die Volatilitätsparameter nicht überschritten werden. 

Fazit

Gegenüber traditionellen Multi-Asset-Fonds verfolgen SRRI-basierte Fonds zuerst das Ziel, nicht aus der Risikoklasse hinauszulaufen, die Rendite ist dann das Ergebnis eines erfolgreichen Risikomanagements. Mit SRRI-basierten Multi-Asset-Fonds bekommen Anleger eine Lösung, die zu ihrer Risikoneigung und Sicherheitsbedürfnis passen; SRRI-basierte Strategien sorgen für Verlässlichkeit beim individuellen Risiko-Profil. Berater können Investments anbieten, die ihnen die Allokationsentscheidung abnehmen und vermeiden, dass sich die Risikoklasse der empfohlenen Lösung ändert.

*SRRI steht für Synthetic Risk and Reward Indicator. Die Berechnung des SRRI ist nach einheitlichen Standards der Europäischen Union festgelegt. Er wird mit der historischen Volatilität p.a. über 5 Jahre auf wöchentlicher Basis in einer Skala von 1-7 ausgedrückt.
** Graphik dient nur zur Illustration.

Martin Stenger | Fidelity International